Schnupperpilgern auf dem oberschwäbischen Jakobsweg von Ulm nach Konstanz vom 15.-18.08.2014
Unterwegs auf einem guten Weg
- Tag:
Vier Dozenten des EC Europa Campus erlebten im August 2014 vier unvergessliche Tage, als sie sich auf den oberschwäbischen Jakobsweg von Ulm nach Konstanz machten. Die EC-Dozenten Prof. Dietmar Pfaff, Michael Maag und Natalie Dechant sowie die stellvertretende Akademische Leiterin des EC Europa Campus, Katrin Fronczek, starteten in Mannheim und fuhren mit dem Zug nach Ulm, wo sie im Münster den ersten Stempel in ihren Pilgerpass bekamen und noch eine unvorhergesehene Orgelmatinee erlebten. Ausgestattet mit Rucksäcken zwischen 9,4 und 11,2 Kilogramm, Wanderstöcken und Regenschutz, ging es Richtung Oberdischingen. Nach einem weiteren kurzen Stopp in der Jakobus-Kirche von Grimmelfingen, in der es den zweiten Stempel für den Pilgerpass gab, ging es in strömendem Regen in Richtung Einsingen durch den Wald. Die vier Pilger folgten stets der gelben Jakobsmuschel auf blauem Untergrund, die ihnen den Weg wies. Durchnässt kamen die EC-Dozenten in Erbach an und suchten Unterschlupf in der Pfarrkirche St. Martinus – der nächste Stempel war ihnen sicher. Pfaff hatte die Kurzreise systematisch und bis ins kleinste Detail geplant. Er ist den Jakobsweg nach Santiago de Compostela bereits mehrere Male gewandert. „Wenn ich auf dem Jakobsweg wandere, tue ich mir etwas Gutes, es ist eine sinnvolle Bereicherung und steigert meine Lebensqualität“, sagt Pfaff. Dem konnten die anderen drei Pilger nur zustimmen, obwohl sie den Jakobsweg zum ersten Mal gingen. Nach einer kurzen Rast in der Pension Steinle in Donaurieden kamen die Pilger am Abend in der Pilgerherberge des Cursillo-Hauses St. Jakobus in Oberdischingen an. Beim Abendsessen im Gemeinschaftsraum stießen sie auf weitere Pilger und tauschten ihre Erfahrungen und Eindrücke rund um den Jakobsweg aus. Ein kurzweiliger und informativer Film sollte Lust auf den Jakobsweg nach Santiago machen.
- Tag:
Am nächsten Tag durfte sich jeder eine Jakobsmuschel aussuchen und sie an seinen Rucksack hängen. Nun waren alle als echte Pilger auf dem Jakobsweg zu erkennen. Doch ehe die Reise weiterging, bewunderten die vier Wanderer noch die schwarze Madonna in der Kapelle beim Cursillo-Haus und das vier Meter hohe Cruz de Luz, ein franziskanisches Taukreuz aus Stahl mit blauen Glassteinen. Es greift die Symbolik des „Cruz de Ferro“ auf dem Weg nach Santiago auf. Jeder der vier Pilger legte dort einen Stein nieder und damit symbolisch die Sorgen, die ihn bedrückten. Wie schon am Tag zuvor wünschten sich alle einen „Buen Camino“, einen guten Weg, und weiter führte er Richtung Öpfingen und Rißtissen. Wie es sich für echte Pilger gehört, pflückten sie Äpfel und Birnen vom Wegesrand. „Das Wandern auf dem Jakobsweg ist zeitweise sicher anstrengend, aber ich bekomme dabei den Kopf frei und kann Energie tanken“, erklärt EC-Dozentin Natalie Dechant. Die nächste Station hieß Aulendorf, von wo aus die vier bis zum Kloster Reute wanderten, dort ihre Zimmer im Gasthof Sonne direkt neben dem Kloster bezogen und am Abend die Vesper mit Psalmengesängen in der Klosterkapelle miterlebten. Reiseleiter Pfaff hatte bereits den nächsten Event spontan organisiert: eine aufschlussreiche Führung durch den Kloster-Kräutergarten, der allerlei Heil- und Gewürzpflanzen zu bieten hatte, die gegen viele Schmerzen helfen sollten, auch gegen Blasen an den Füßen und Gelenkschmerzen.
- Tag:
Nach dem Frühstück erlebten die Pilger eine beeindruckende Führung durch das Kloster Reute und besuchten das Labyrinth der Sinne im Klostergarten, ehe sie den Jakobsweg fortsetzten und über Dinnenried zur St.-Georg-Kapelle in Gwigg wanderten, wo es einen weiteren Stempel für den Pilgerpass gab, Durch Engenreute führte der Weg nach Baindt, Ravensburg, Friedrichshafen bis Immenstaad am Bodensee. Im Hotel Seehof direkt am Yachthafen sollten die Pilger ihre letzte Nacht der Reise verbringen. Nach einem kurzen Bad der männlichen EC-Dozenten im Bodensee – den weiblichen war das Wasser mit 16 Grad zu kalt – und dem Abendsessen genossen alle den Blick auf den Bodensee und den Sternenhimmel.
- Tag:
Nach morgendlichen Qi-Gong-Übungen und einem üppigen Frühstück waren die Pilger bereit für ihre letzte Etappe des oberschwäbischen Jakobswegs. Kaum waren sie unterwegs, hatte Reiseleiter Pfaff wieder ein Event vorbereitet. Diesmal war es eine einstündige Fahrt mit dem Motorboot über den Bodensee. Bei Strahlendem Sonnenschein ging es auf dem Bodenseerundweg bis nach Meersburg, wo die EC-Dozenten mit der Fähre bis nach Konstanz übersetzten. Im Münster erhielten sie den letzten Stempel und besichtigten die Figur des Heiligen Jakobus in der Krypta. Mit dem Zug fuhren die Pilger schließlich wieder zurück bis Mannheim. Die Reise sollte den Teilnehmern einen kleinen Eindruck vom Pilgern geben, um danach den spanischen Jakobsweg nach Santiago de Compostela in Angriff zu nehmen. „Die vier Tage haben unsere Erwartungen in jeder Hinsicht weit übertroffen“, waren sich die Teilnehmer einig und Katrin Fronczek war sich sicher: „Ich will jetzt auf jeden Fall auch den Jakobsweg bis nach Santiago gehen.“